Training mit Sensei Olaf Krey am 20.01.2019

Training mit Sensei Olaf Krey am 20.01.2019

An diesem Sonntag kam Olaf Krey erstmalig für 2 Trainingseinheiten extra nach Gärtringen. Im Training konnten wir reichlich Korrekturen mitnehmen und damit genug Input für einige weitere Trainingseinheiten. Diese Betrachtung soll nun 2 Aspekte beleuchten, die ich im weiteren Text näher ausführen werde.

1. Warum sollte ich mir Zeit nehmen für ein Training mit Olaf Krey? Und das auch noch sonntags?
Zu dieser Frage finde ich mindestens 3 Argumente:

  • Olaf fordert und fördert auf individuellem Niveau und setzt genau dort an, wo Du Potentiale hast
  • Olaf beeindruckt durch eine technische Präzision, die ihresgleichen sucht und eröffnet Dir damit eine spannende Perspektive wohin sich Deine Kampfkunst entwickeln kann
  • Für Olaf steht die Funktionalität einer Technik im Vordergrund, unabhängig ob Schlag, Tritt, Wurf oder Bodenarbeit und dadurch lernst Du auch das, was funktioniert

Hier gibt es sicher noch 20 Argumente mehr, die man aufführen könnte. Unterm Strich bleibt aber zu sagen, wenn Du Deine Kampfkunst weiterbringen willst, solltest Du kein Training mit Olaf mehr verpassen.

2. Was konnte man aus diesem Training konkret mitnehmen?
Auch hier beschränke ich mich heute auf 3 Punkte.

  • Du bist NIE fertig mit einer Form. Auch wenn Du eine Form vielleicht schon hundert mal gemacht hast, hier gibt es immernoch reichlich Potential Dich und Deine Form weiterzuentwickeln.
  • Wenn Du den Hebel exakt ausführst, reicht bei der Ausführung oftmals auch sehr wenig Kraft aus.
  • Brich gelegentlich aus der Form aus. Probiere was passiert, wenn Du oder Dein Partner anders reagiert, als es die Grundform vorsieht. Hier kannst Du unendlich viel Übungspotential entdecken.

Ich bedanke mich bei Olaf für diese Lerngelegenheit und hoffe auf die Nächste.

Gürtelprüfung und Weihnachtsfeier am 08.12.18

Gürtelprüfung und Weihnachtsfeier am 08.12.18

Die zweite Gürtelprüfung 2018 war wohl eine der kleinsten Prüfungen, die bei uns in Gärtringen jemals stattgefunden hat. Lediglich vier Prüflinge waren für die nächste Graduierung bereit und haben den Prüfern einen Einblick in ihr Können und Wissen im Karate gegeben. Umso schöner war es, dass die Räumlichkeiten am Abend zu unserer Weihnachtsfeier deutlich besser gefüllt waren. Das Buffet war wirklich wahnsinnig vielseitig und man hat den einzelnen Speisen angesehen (und auch geschmeckt), mit wie viel Liebe sie zubereitet wurden. Nochmals vielen herzlichen Dank hierfür! Auch das anschließende Räuberwichteln hat für den ein oder anderen Schmunzler gesorgt und war mal wieder der Höhepunkt des Abends. An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an all diejenigen von euch, die Steve und mich, aber auch die anderen Übungsleiter, mit so vielen und leckeren Weihnachtsüberraschungen beschenkt haben.

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Folgenden Karateka können wir zu ihrer nächsten Graduierung gratulieren:

Lukas Schmollinger (8. Kyu), Lara Castaneda Leon (7. Kyu),
Sarah Schirzad (7. Kyu), Benedikt Falk (5. Kyu)

Herzlichen Glückwunsch!

Trainingslager am 29./30. September 2018 in Holzgerlingen

Trainingslager am 29./30. September 2018 in Holzgerlingen

Am Samstagmorgen um 09:30 Uhr haben wir uns auf dem Parkplatz der Theodor-Heuss-Halle getroffen. Nachdem wir uns auf die Autos aufgeteilt haben, fuhren wir zum Pfadfinderhaus nach Holzgerlingen. Dort angekommen luden wir unsere Taschen aus und stellten sie ins Haus. Bevor wir mit dem Training beginnen konnten, haben wir noch eine kurze Einweisung bekommen. Wir lernten eine neue Partnerform (Chokyu), die Steve und Sabrina uns zeigten. Anschließend spielten wir mit drei Mannschaften Fußball und nutzten Paletten als Tore. Zum Mittagessen gab es zur Stärkung leckere Maultaschenburger. Frisch gestärkt ging es zum Tauziehen, immer mit anderen Teams. Anschließend haben wir ein cooles Waldspiel „Capture the Flag“ gespielt, das von Ruben und Felix vorbereitet worden ist. Dabei musste man seine eigene Flagge in seinem Spielfeld verstecken und dann die gegnerische Flagge finden und auf den „neutralen“ Weg bringen, der die beiden Spielfelder trennte. Als Belohnung gab es danach leckeren Kuchen. Nach einer Trainingseinheit mit dem Bo wiederholten Florian und ich drei Partnerformen: Keri waza, Kaishu waza und Uke waza, während alle anderen Tegumis übten. Nach den zwei Einheiten spielten wir nochmal Fußball, diesmal auf richtige Tore. Dann war es auch schon an der Zeit unser Bettlager zu richten, bevor es dann Abendessen gab. Kässpätzle mit Speck! Danach bauten wir unser Matrazenlager vollständig auf und machten mit Ruben noch eine kleine Kissenschlacht. Wer wollte, konnte im Aufenthaltsraum noch Gesellschaftsspiele spielen, bevor Bettruhe angesagt war.

Am Sonntagmorgen packten wir erst mal unsere Schlafsachen zusammen und gingen dann nach unten um zu frühstücken. Nachdem wir die Tische abgebaut und gestapelt hatten ging es nach draußen. Florian und ich wiederholten nochmals die drei Partnerformen vom Vortag, während die anderen die neue Partnerform vom Vortag wiederholten. Ich durfte dann umgeben von den anderen Teilnehmern ein paar Tegumis, Keri waza, Kaishu waza, Uke waza, Heishu waza und Freikampf jeweils mit einem anderen Partner vorführen. Das war mein Prüfungsprogramm! Ich habe die Prüfung zum Grüngurt bestanden. Endlich!

Vortrag im Rahmen der Prüfung zum 2. Kyu (Blauer Gürtel)

Vortrag im Rahmen der Prüfung zum 2. Kyu (Blauer Gürtel)

Ich erzähle euch jetzt etwas über die Philosophie des Koryu Uchinadi und des Karate im Allgemeinen. Ich nehme dabei Bezug auf ein Interview, dass Olaf Krey der Website “Fit wie Herkules” gegeben hat (Video1 und Video2).

Koryu Uchinadi (kurz KU) ist ein Kompromiss aus einerseits einem Fenster in japanische, chinesische und okinawanische Tradition und Kultur, und andererseits Prinzipien, die zwar selbstverteidigungstauglich, aber keine Selbstverteidigung sind. Koryu Uchinadi oder Karate im Allgemeinen hat folgende Vorteile: man hält sich fit, lernt Selbstverteidigung, Atmung, Körperhaltung und Ängste und Emotionen unter Kontrolle zu halten, lernt Stressbewältigung durch Grenzerfahrungen im Training und KU / Karate kann ein Lebensziel sein.

Im Ku gilt generell form follows function, das heißt, dass die Übungen und Techniken, die man lernt, funktionieren sollen und nicht ausschließlich da sind um etwas Vorgegebenes zu üben. Ein guter Zusatz zum normalen Karatetraining ist Ausdauer- und Krafttraining. Im Training ist es wichtig, dass sich alle gleich nach ihren Möglichkeiten weiterentwickeln und dass dominante Personen nicht noch dominanter und schwächere Personen nicht noch schwächer werden. Es ist wichtig, auf Erfahrungen anderer zu hören und diese zu schätzen, da man viel von ihnen lernen kann.Unter Umständen kann es im Training zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, da eine regelmäßige Selbstreflexion im Training stattfindet. Diese Veränderungen sind allerdings selten gravierend (negativ).

Ganz wichtig im Koryu Uchinadi ist das kritische Hinterfragen von Übungen, Formen, etc. Es ist erlaubt und erwünscht, das Gesagte solange zu hinterfragen, bis man verstanden hat worauf es dem anderen ankommt oder bis man verstanden hat, dass es vielleicht nicht so wichtig ist. Dadurch wird Raum für Individualität geschaffen. Das ist anders als in anderen Kampfkünsten, da dort oftmals blinder Gehorsam gegenüber dem Trainer erwartet wird, während im KU eine kritische Analyse und ein gesunder Menschenverstand sehr gewünscht sind.

Bei Graduierungen ist zu beachten, dass sie einen Menschen weder besser noch schlechter machen. Sie sind nur von Bedeutung, wenn man weiß, wer die Graduierung wofür vergeben hat. Man kann also nichts über die Kenntnisse und Fähigkeiten einer Person sagen, wenn man nur die Graduierung kennt. Es kommt immer auch auf körperliche Voraussetzungen, Alter und Persönlichkeit der Person an.

Ich persönlich mache Karate, um fit zu bleiben, regelmäßig Sport zu treiben, um eine Herausforderung zu haben, auszutesten, wo meine Grenzen sind und Spaß zu haben. Ich habe durch Karate an Selbstsicherheit und durch die Prüfungen an Erfahrung bezüglich Vorträgen z.B. in der Schule gewonnen. Mir gefällt, dass man, anders als in anderen Kampfkünsten, seinen gesunden Menschenverstand benutzen kann und solange hinterfragen kann, bis man den Sinn und Zweck einer Technik verstanden hat.

Hier findet ihr noch ein paar Impressionen von unserem Prüfungstag: