Nyûmon – Seminar mit Olaf Krey am 08. und 09. Dezember 2012

eine Betrachtung von Steve Mirke

Traben-Trarbach, ein kleine Stadt mit heute ca. 6000 Einwohnern, erlebte Ende des 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein eine Blütezeit des Weinbaus und gehörte zu dieser Zeit zu den bedeutendsten Weinhandelsplätzen der Welt. Bis heute kann man bei einem Spaziergang durch die Stadt noch viele Jugendstilbauten dieser Zeit bewundern und das gemütlich, ruhige Städtchen – geteilt von der Mosel – genießen.

Was gibt es also schöneres als an einem verschneiten zweiten Adventwochenende ein Seminar mit Olaf Krey in Traben Trarbach zu besuchen?

traben-trarbach_03

Zahlreiche Teilnehmer trafen sich am Samstag in der Halle, für uns mehr unbekannte, als bekannte Gesichter. Olaf Krey sah sich zuerst die Grundtechniken des Kihon an, gab viele Korrekturen und ging anschließend thematisch über Tsuki waza hin zu Kamae waza.

Wir widmeten uns immer erst der Partnerübung und wiederholten anschließend die Sequenzen in der zugehörigen Kata. Man könnte sich fragen warum diese Form Kamae waza heißt, schließlich findet man doch in so gut wie allen Formen unterschiedliche Kamae-Haltungen. Sensei Olaf Krey erklärte uns dazu, dass es verschiedene Technikgruppierungen gibt, wie bspw. Tsuki waza oder Keri waza, die ein selbstständiges Dasein haben können, ohne sich ausführlicher mit der Kamae (Haltung des Körpers) beschäftigen zu müssen. Andere Formen wie zum Beispiel Nage waza (Wurftechniken) oder Kansetzu waza (Hebeltechniken) bilden im Gegensatz dazu eigentlich keine  eigenen Technikgruppen, sondern sind lediglich durch komplexe Kamae des Angreifers und Verteidigers erst möglich. So ist Kamae waza die erste Form im Nyumonprogramm, die ausführlich auf verschiedenste Kamae eingeht und sowohl Verteidiger als auch Angreifer einen umfangreichen Einblick in dieses Thema gibt.

Nach den Trainingseinheiten am Samstag bot uns Michael Schneider noch ein sehr leckeres Abendessen im Keller der Zunftscheune und stellte uns den „Mosel-Wein-Nachts-Markt“ der Traben Trarbacher Unterwelt vor. War schon mal jemand von euch auf einem unterirdischen Weihnachtsmarkt? Er ist durchaus einen Besuch wert, zumal er in den nächsten Jahren noch an Größe gewinnen soll.

Am Sonntag widmeten wir uns dann in einer etwas kleineren und schon sehr geschaffter Runde dem Abschluss dieser Form und beendeten das Seminar mit einigen Tegumi.

Vielen Dank an Sensei Olaf Krey für dieses tolle Wochenende und an Michael Schneider und alle Helfer für die Ausrichtung dessen.

PS: Sabrina und ich begaben uns das erste Mal, seitdem wir Karateseminare besuchen, direkt nach dem letzten Training in die naheliegende Therme. Das war Entspannung pur, wenn da nicht die mehr oder weniger lange Rückfahrt gewesen wäre. 😉

Gürtelprüfung am 01. Dezember 2012

ein Rückblick von Sabrina Lubik

Am Vormittag des ersten Dezemberwochenendes stellten sich 22 junge Karateka der Herausforderung einer Gürtelprüfung. Für einige Kinder war es das erste Mal, dass sie ihr Können vor ihren Familienangehörigen, Weggefährten und Lehrern unter Beweis stellen mussten. Andere hingegen hatten bereits diverse Prüfungseindrücke gesammelt und wussten daher, was in etwa auf sie zukommen wird. Nach insgesamt vier Stunden voller Schweiß, Aufregung und Spannung konnten die Urkunden an die glücklichen Karateka übergeben werden.

Karate_Kind_201212_1061_cut

Die Kinderprüfung bestanden haben:

Zum 9 1/2. Kyu:
Florian Kres, Matthis Kemke, Isabo Blanz

Zum 9. Kyu:
Marius Kanizai, Ruben Romano, Florian Betz, Gracia Grbac, Lucas Rinderer, Miriam Betz, Kai Schmollinger, Sarah Schmid, Diego Leon Blazevski, Bianca Stotz

Zum 8 1/2. Kyu:
Julian Kres, Flamur Duraku, Enis Duraku

Zum 8. Kyu:
Felix Drechsler, Jakob Hänsel, Luca Bader, Chantal Zinser, Helena Jess,
Ann-Kathrin Motteler

Am Nachmittag waren dann die „großen“ Karateka der Jugend-/Erwachsenengruppe an der Reihe. In einer anderthalbstündigen Prüfung zeigten die Fünf, was sie in den vergangenen Monaten geübt hatten und haben nach dieser Leistung allen Grund dafür, stolz auf sich zu sein.

Karate_Erw_201212_0989_cut

Die Jugend-/Erwachsenenprüfung bestanden haben:

Zum 9. Kyu:       Markus Ramoser
Zum 7. Kyu:       Jennifer Block, Anna Baisch, Anke Jäger
Zum 6. Kyu:       Malin Wagner

Herzlichen Glückwunsch an alle Prüflinge!

48 Positionen des Bubishi & Ne waza mit Sensei Olaf Krey in Haßloch, 17.-18. Nov 2012

eine Betrachtung von Dirk Rudolf

Ha$C3$9FlochBubishi_1 Ha$C3$9FlochBubishi_3Ha$C3$9FlochBubishi_4 Ha$C3$9FlochBubishi_2

Bubishi:
Dieses Buch beeinhaltet alte chinesische Kampf- und Selbstverteidigungstechniken, deren Ursprung und Verfasser unbekannt sind.

Ne waza:
Diese Bezeichnung steht für eine Gruppe von Techniken, die als Grundlage für den Bodenkampf dienen. Festhalten, Würgen, Hebel, Befreiungen und vieles mehr gehören dazu.

Ha$C3$9FlochBubishi_7_cut

An diesem Wochenende konnte ich zum ersten Mal an einem KU-Seminar teilnehmen und war schon sehr gespannt, ob das Seminar ähnlich abläuft, wie ich die bisherigen Seminare erlebt habe oder eben total anders.

Am Samstag beschäftigten wir uns mit einigen Bubishiformen, verschiedenen Anwendungen und Weiterentwicklungen dieser. Viele der Bubishitechniken führte Sensei Olaf Krey auf Basis von Tegumis ein, die wir auch im Training regelmäßig üben. Die Endpositionen der Bubishitechniken waren oft Würfe oder Hebel oder eine Kombination dieser. Bei manchen Würfen oder Hebeln habe ich mich gefragt, wie das gehen soll und ob ich das auch kann. Mit Vorsicht und Rücksprache mit meinem Partner bekamen wir die meisten Bubishiformen für mich und ihn zufriedenstellend hin und mit der Zeit freute ich mich mehr und mehr auf die weiteren Techniken, die noch kommen würden, da Werfen und Fallen mir sehr gefallen.

Am Sonntag übten wir verschiedene Grundtechniken des KU. Aufgrund des recht hohen Tempos war ich immer mal wieder froh, wenn es hieß, dass es eine kurze Pause gibt, um durchzuschnaufen und sich auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten.

An beiden Tagen stand auch Ne Waza auf dem Programm. Hier wurden wir in die Grundlagen des Bodenkampfes eingeführt und lernten die verschieden Grundstellungen, aus denen man sich mit Würfen und Tricks befreien kann. Auch hier hatte ich ab und zu Zweifel, ob die Würfe gelingen würden ohne meinen Partner oder sich selbst zu verletzen.

Abschließend ist zu sagen, dass ich auf diesem Seminar sehr viel gelernt habe und es großen Spaß gemacht hat, sich mit unbekannten Techniken zu befassen und diese zu erlernen. Ich wurde sehr freundlich in die KU- Gemeinschaft aufgenommen, sowie auch die nette Atmosphäre des Trainings bestärken mich darin, dass dies bestimmt nicht mein letztes KU-Seminar war und ich mich schon auf das nächste freue.

Ein Herbstwochenende, 12.- 14. Oktober – eine Betrachtung

von Angela Mögel, Darmstadt

Manchmal fallen die Blätter und man spürt die nahe Ankunft des kühlen Winters und der ausgedehnten, dunklen Nächte.

Manchmal fallen die Blätter und geben den Blick auf die rot und golden, funkelnden Verbleibenden frei.

Manchmal fallen die Blätter und erinnern an das Vorüberschreiten der Minuten des vergangenen Jahres.

Manchmal fallen die Blätter wie alte Gedanken, die sich in der frischen Herbstluft ablösen und Platz für Neue bereiten.

„Glück hat mit Sinn zu tun. Erst wenn ich Sinn erfahre, an welchem Platz auch immer, kann ich glücklich sein. (…) Um Sinn in meinem Leben zu erfahren, brauche ich eine Vision und muss dann auch auf sie hinarbeiten. Wer glücklich werden will, muss sich in Bewegung setzen. (…) Es gibt kein einsames Glück. Beziehung- danach verlangt auch das Glück, das man erfahren hat. Glück kommt selten allein. (…) Glück ist immer auch Offenheit für etwas Größeres.“
(Buch: Die sieben Säulen des Glücks; Abtprimus Notker Wolf)

IMG_7875a

Liebe Freunde besuchen; gastfreundlich aufgenommen werden; gemeinsam trainieren; gemeinsam Neues studieren; lange Gespräche bis in die Nacht; neuen Mut schöpfen für die Zukunft; sich gegenseitig bestärken; die neue Heimat des Freundes kennenlernen; der Geruch frischer Brötchen; Spezialitäten der Umgebung essen; alle Sporthallen Gärtringens kennenlernen, Lachen bis die Tränen kullern, sich gegenseitig Trost zusprechen; voneinander lernen, Zuversicht für einen neuen Lebensabschnitt bekommen; Fragen stellen; viele Antworten bekommen; wenig schlafen; bestärkt verabschieden; dankbar sein.