Seminar mit Olaf Krey in Jena 13.04 –14.04.2019

Seminar mit Olaf Krey in Jena 13.04 –14.04.2019

Lesezeit 4 Minuten

„Wenn man nur einen Hammer in seiner Werkzeugkiste hat, sieht jede Aufgabe aus wie ein Nagel“

Die Bedeutung dieses Spruches prägte das ganze Seminar, das Steve und ich zusammen besucht haben.
Es ging darum, das eigene Repertoire in Sachen Kampftechniken – egal auf welchem Stand es schon ist – zu erweitern.

Um in diesem Bild der Werkzeugkiste zu bleiben: Was macht man den nun, wenn einem eine Schraube begegnet? Fehlt das passende Werkzeug, steht man schnell vor einem Problem.

Olaf Krey nannte es auch so: „Wir haben eine Frage, aber müssen verschiedene Antworten parat haben.“

Das heißt, es reicht nicht, wenn man eine Technik („Antwort“) auf einen bestimmten Angriff („Frage“) parat hat. Ändern sich die Gegebenheiten wie die eigene momentane Verfassung oder das Können oder die Körperkraft des Gegners, funktioniert die lange geübte Technik vielleicht nicht oder nicht richtig. Dann muss man improvisieren können. Eben noch mehr Werkzeuge (Techniken) außer dem Hammer parat haben.

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Das Hauptthema des Seminars war die Kata Bassai. In der Ausschreibung des Seminars war folgende Erklärung dazu :

„Die Bassai ist eine der ältesten Kata überhaupt und bedeutet soviel wie „Die Festung erstürmen“ oder „Die Mauer durchbrechen“. Sie lässt sich auf die okinawischen Tōde-Kata zurückführen. Heute besteht die Annahme, dass sie bereits im 13. Jahrhundert von Chinesischen Meistern gelehrt wurde. Mit über 40 Einzel- (Grund)- techniken ist sie eine der längeren Kata. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Schnelligkeit und der Kraft, mit der die Techniken ausgeführt werden.“

Am ersten Seminartag gingen wir die Sache sehr praktisch und direkt in Partnerübungen an. Wir schauten uns also erst mögliche Anwendungen der Kata an und übten (oder lernten wie in meinem Fall) die Kata danach. In den Partnerübungen lernte ich ganz neue Techniken wie Würfe und Konter und konnte mit feinen Korrekturen von Olaf die schon beherrschten Techniken verbessern.

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Am zweiten Tag dann, mit ordentlich Muskelkater vom Vortag, liefen wir zu Anfang die Kata und übten dann die Partnerformen.
Halt Stopp, fast hätte ich die fast 1 Stunde dauernde, wirklich schweißtreibende Erwärmung vergessen. In teils spielerischen Situationen ging es zum Beispiel einfach darum, aufzustehen und von dem Partner daran gehindert zu werden. Klingt vielleicht einfach, aber mit Felix und Sascha (beides Schwarzgurte) in einer Gruppe musste ich wirklich alles geben um ab und zu auch mal hochzukommen.
Am Boden habe ich ganz besonders gemerkt, dass man mit Kraft nicht weit kommt. Hat der Partner die bessere Technik, hat man nur wenig Chancen. Aber auch beim „Verlieren“ kann man sehr viel lernen.

Insgesamt ein wirklich gutes Seminar mit Teilnehmern aus vielen unterschiedlichen Kampfkünsten.

Was sich auch noch durch das Wochenende zog, war das Thema Umweltschutz und Klimawandel. Schon bei der Anfahrt am Freitag, ich kam gerade von der „Fridays for Future“ Demonstration in Stuttgart, diskutierten Steve und ich stundenlang. Beim gemeinsamen Abendessen mit einem Großteil der Teilnehmer des Seminars (eine wirklich beeindruckende Tafel!) kamen wir auf das Thema Vegetarismus und auf Inlandsflüge. Ich glaube, diese Themen beschäftigen die Menschen mittlerweile und das ist auch gut so.

Dieses Wochenende war wirklich sehr gut! Ich kann jedem, der sein Können in Karate verbessern will, nur wärmstens empfehlen, Seminare mit Olaf zu besuchen.

Mich hat dieses Wochenende und die Leute so begeistert, dass ich entschlossen bin, mich für das Sommerlager anzumelden. Falls ihr noch nicht wisst, was das ist, hier die Erklärung:

Sommerlager: …mit Olaf Krey kyôshi (6.Dan Karate) vom 27.Juli bis zum 4.August im KiEZ Frauensee südlich von Berlin. Geübt wird hauptsächlich im Freien in Shirt und Shorts, entweder in Sportschuhen auf typisch brandenburgischem Kiefernwaldboden oder barfuß im/am Wasser bzw. auf Sand. Das ganze hat dadurch, durch die etwas spartanische Unterbringung in Mehrbett-Bungalows und auch durch die durchorganisierte Vollverpflegung gewissermaßen Ferienlager-Charakter, sieht man einmal davon ab, dass wir am Frauensee mehrmals am Tag üben. Am Abend sitzen wir dann meist nach ein paar entspannenden Schwimmzügen im See und/oder der nötigen Dusche bei Kerzenschein beieinander, schwatzen oder singen zur Gitarre. Der Preis liegt bei ca. 300 Euro und umfasst Verpflegung, Unterkunft und natürlich das Training.