Corona Woche 4 – Gedanken über Kata-Training

Corona Woche 4 – Gedanken über Kata-Training

Hinweis: Das Bild wurde aus dem Buch „Pinsel und Schwert“ von Dave Lowry fotografiert. (Ausgabe 2004, schlatt-books, Lauda-Königshofen, S.47)

Ich arbeite nun die vierte Woche von zuhause. Die regulären Trainings fallen weiterhin aus. Das Bedürfnis nach körperlicher Bewegung steckt in den meisten von uns. Aber welche „Sportarten“ haben so gute Voraussetzungen wie Karate?

Karate bietet eine Vielzahl an möglichen Trainingselementen, die man auch allein üben kann. Neben üblichen Fitness-Übungen, gibt es Schläge, Tritte und Verteidigungstechniken, die man im Stand oder auch in kurzen Bahnen üben kann – gemeint ist kihon. Oder man geht auf den Boden, rollt ein wenig über die Yoga-Matte, shrimpt durchs Wohnzimmer oder läuft mal wieder im Krebsgang durch den Flur – gemeint ist ne waza. Man hat aber auch die Möglichkeit den langen Stock, der bei den meisten wahrscheinlich nur im Eck verstaubt, wieder einmal zu kreisen, zu schwingen oder Schläge zu üben – gemeint ist bojutsu.

Für alle, die bis jetzt keine geeigneten Trainingsinhalte identifizieren konnten, bleibt noch ein sehr alter Grundpfeiler des Karate. Bei dieser Übungsform übt man für sich allein einen bestimmten Ablauf an Techniken, in definierter Reihenfolge (und Sequenzen) kombiniert, mit dem Fokus auf eine Vielzahl an Aspekten der Übung – gemeint ist kata.

Kata wirkt oftmals vielleicht etwas „eingestaubt“, langweilig oder gar fern jeglicher Praxis. Aber der vermeintliche Ruf der Kata wird dem Potential dieser Übungsform nicht gerecht. Sie bietet hunderte an Übungsmöglichkeiten und damit meine ich nicht die Anzahl möglicher Abläufe, die man üben könnte. Allein das Laufen auf der anderen Seite verdoppelt die Anzahl an Möglichkeiten. Und die Meisten wissen wie schwer es sein kann, eine Kata „auf links“ zu laufen. Aber wo kann man noch variieren? Welche Aspekte kann man in dieser Übung trainieren? Dieser Text soll ein paar Potentiale aufzeigen und euch eine altbekannte Übungsform für die Zeit um Ostern und darüber hinaus wieder näherbringen.

Übungsaspekte von Kata

Richtung:
– Die andere Seite („auf links“)
– Rückwärts

Geschwindigkeit:
– normal
– schnell
– langsam
– sehr sehr langsam (Zeitlupe)

Intensität:
– locker
– mittel
– stark

Detaillierung:
– jede Technik soll exakt sein
– Wiederholung zur Erinnerung

Fokus auf Körperteile:
– Stand/Stellung
– Haltung (bspw. gerader Rücken)
– Beine
– Arme
– Kopfdrehung/Blick
– Hüftdrehung

Fokus auf Techniken:
– Tritte
– Schläge
– Verteidigungen

Atmung:
– natürliche Atmung
– „gepresste“ Atmung
– lockere Atmung
– durch die Nase ein, durch den Mund aus

Weitere Übungspotentiale:
– Synchronisation der Körperteile
– Kombination von Aspekten wie bspw. schnell & locker oder langsam & stark
– Gedanken über sinnvolle Anwendungen von einzelnen Stellen in der Kata
– Vorstellung eines/mehrerer imaginären/r Gegner/s

Fallen euch weitere Übungsaspekte ein? Dann kommentiert einfach unter diesen Text und lasst uns sammeln.

Ich wünsche euch allen weiterhin Gesundheit und dass ihr gut durch die aktuelle Phase kommt. Und wenn ihr zwischendurch Zeit findet oder ganz explizit Zeit dafür schafft, übt sie mal wieder, denn sie bietet euch das, was ihr daraus macht und trägt entscheidend zum Wesen unserer Kampfkunst bei – kata.

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