Gürtelprüfung am 02.12.2017

Gürtelprüfung am 02.12.2017

Anfang Dezember haben sich neun mutige Karateka der Herausforderung einer Gürtelprüfung gestellt.
Warum so wenige? Weil die Prüfungsinhalte von Stufe zu Stufe umfangreicher und komplexer werden – und natürlich jeder in einem anderen Tempo lernt und Fortschritte macht. Aber das ist nicht schlimm, im Gegenteil: das macht Karate aus. Wir nehmen an keinen Wettkämpfen teil, sodass sich jeder auf sich selbst, seinen Körper, seine Bewegungen und den eigenen Fortschritt konzentrieren kann. Und während manch einer große Schritte macht, muss ein anderer viele kleine machen um ans gleiche Ziel zu kommen. Das Geheimnis dabei ist, nicht aufzugeben und immer wieder den Kampf mit sich selbst und seinem eigenen Ego aufzunehmen. Denn nur wer sich selbst besiegt und kontinuierlich an sich arbeitet, kann sich verbessern und einen Schritt nach vorne gehen.

Es freut uns sehr, dass diese neun Karateka ihr Können unter Beweis stellen konnten. Wir gratulieren Tim Drechsler (8. Kyu), Till Kuhlmann (8. Kyu), Michel Kienzle (7. Kyu), Kim Jenny Ho (7. Kyu), Philipp Siegmeth (7. Kyu), Ian Lorenz (7. Kyu), Ben Großhans (6. Kyu), Timo Kuhlmann (6. Kyu) und Noel Ehret (5. Kyu) zur bestandenen Kyu-Prüfung! Macht weiter so!

Karate-Erlebniswochenende am 07./08.10.17

Karate-Erlebniswochenende am 07./08.10.17

Wenn unser alljährliches Karate-Erlebniswochenende auf dem Plan steht, bedeutet das vor allem eins: jede Menge Spaß! Aber das ist noch lange nicht alles. Es bedeutet nämlich auch:

Vorbereitung und Planung – intensive Trainingseinheiten von unterschiedlichen Personen – sich mit Themen und Dingen beschäftigen, für die im Training sonst zu wenig Zeit ist – Bo-Training – mutig sein – (un)lustige Witze reißen – einen Großeinkauf machen – gemeinsam kochen und essen – wenig Schlafen – Karateka aus anderen Gruppen treffen – Spiele spielen – Neues ausprobieren – an der frischen Luft sein – lachen – Schlaflager richten – Film gucken – aufeinander acht geben – miteinander ins Gespräch kommen – über Kampfkunst nachdenken – Erinnerungen sammeln – gemeinsam anpacken und aufräumen

Vielen Dank an alle Teilnehmer und insbesondere die tollen Helfer, die supercoole Trainingseinheiten angeleitet haben. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

Riai: alt und dennoch irgendwie neu (Haßloch, 02./03.09.17)

Riai: alt und dennoch irgendwie neu (Haßloch, 02./03.09.17)

Bereits auf der Fahrt nach Haßloch haben Felix, Andi, Steve und ich darüber gesprochen, was genau sich hinter dem Seminarthema „Riai“ verbirgt. Auch wenn die direkte Übersetzung durchaus knifflig ist, da es für beide Silben mehrere Übersetzungen gibt, scheinen folgende Varianten einen ersten Erklärungsansatz zu bieten:

理 (Ri) = Prinzip, Art und Weise
合 (Ai) = Harmonie, Synthese

Riai ist also ein „Harmonisches Bewegungsprinzip“ bzw. das „Prinzip der Harmonie“. Wer bei dieser Erklärung zunächst Aikido-Übende vor seinem geistigen Auge hat, liegt damit gar nicht so verkehrt. Es geht darum, eine Harmonie mit und zu seinen Techniken aufzubauen und dabei insbesondere sich selbst und sein Umfeld in den Blick zu nehmen. Sprich: Man soll Techniken anwenden, die für einen selbst aufgrund des eigenen Könnens und der individuellen körperlichen Voraussetzungen stimmig sind. Allerdings müssen diese natürlich auch zur Situation passen: wenn man beispielsweise nur einen Takedown im Training übt, den man vorzugsweise mit leichteren oder gleich schweren Personen ausführt, ist dies unter Umständen nicht die geschickteste Variante um einen deutlich schwereren Gegenüber auf den Boden zu bringen. Man muss also lernen, sich situationsbedingt anzupassen und „flexibel“ zu reagieren. Doch wie macht man das?

Leider (oder zum Glück) gibt es hierfür keine pauschale Lösung. Fakt ist, dass man im Training oft einstudierte Partnerformen übt, bei denen das flexible/individuelle Reagieren auf bestimmte Angriffe in den Hintergrund rückt. Manch einer könnte meinen, dass genau das im direkten Widerspruch zu „riai“ steht. Allerdings kann man nur flexibel reagieren, wenn man bestimmte Reaktionsmöglichkeiten (Techniken) kennengelernt und einstudiert hat, demnach also genug „Werkzeuge im Werkzeugkoffer“ vorhanden sind. Wie McCarthy sensei auf Seminaren oft sagt: „If the only tool you have is a hammer, you better hope that every problem looks like a nail”. Das KU-Curriculum, insbesondere das Nyumon, bieten also eine gute Grundlage für “freiere” Übungsformen. Dennoch stellt sich die Frage, ob man „riai“ als Trainingsprinzip oder Trainingsmethode betiteln kann. Hierfür ist wichtig, dass der Unterschied zwischen den beiden Begriffen deutlich wird.

Prinzipien = Grundsätze, die man seinem Handeln zugrunde legt und die meist nicht nur für ein bestimmtes Teilgebiet, sondern das gesamte Fachgebiet (oder sogar darüber hinaus) gültig sind

Methoden = planmäßig angewandte Vorgehensweisen, um ein festgelegtes Ziel zu erreichen

Je nach Erfahrung und Position auf dem eigenen Kampfkunstweg kann riai beides sein: Prinzip (Ziel) UND Methode (um ein Ziel zu erreichen). Oft verändert sich dies im Laufe der Zeit und mit fortschreitender Übung, was ein völlig normaler (Lern-)Prozess ist.

Da ich beim Seminar leider selbst nicht mit üben konnte, war es für mich umso schöner zu sehen, dass einige Seminarteilnehmer die Harmonie durch die Wahl der „passenden“ Reaktionen nach Olafs theoretischem Input ideal umgesetzt haben. Vielleicht haben sie das zuvor auch schon, da riai auch ohne vorherige Erläuterung eine Sache ist, die man irgendwie sowieso als Ziel hat und einem trotz Erklärung nicht unbedingt „neu“ erscheint. Dennoch hat es zumindest meinen Blickwinkel auf die Übung verändert. Und spätestens wenn der erste Wurf das nächste Mal ohne größere Anstrengung funktioniert oder das Ausweichen und Kontern in genau dem richtigen Moment mit genau der richtigen Technik klappt, weiß ich, welchen Namen ich dem Kind geben kann 😉

Karateseminar Haßloch am 2. und 3. September 2017

Karateseminar Haßloch am 2. und 3. September 2017

P1010337Am 2. und 3. September waren Steve, Sabrina, Andi und ich auf einem Seminar mit Olaf Krey in Haßloch.

Nach einer eineinhalbstündigen Autofahrt und ausgiebigen Begrüßungen startete das Training mit einigen Runden Ausfallschritten als Aufwärmung. Danach waren wir erst einmal kaputt, doch nach einer kurzen Trinkpause fingen wir an, Tegumis (Dreierwechsel mit Angriff und Verteidigung) zu üben. Wir lernten aus diesen heraus, Lücken des Gegners zu nutzen. Später erweiterten wir das Ganze um Hebel und außergewöhnliche Würfe. Nachdem wir abends noch in einem mongolischen Restaurant essen waren und anschließend bis 12 Uhr in der Halle gequatscht hatten, übernachteten wir mit einigen anderen Seminarteilnehmern dort.

P1010383Am Sonntag gab es nach dem Frühstück beim Bäcker eine lehrreiche Nyumon-Einheit (Grundlagen). Wir liefen Katas, hauptsächlich Keri waza (Form mit Fußtritten), und übten die dazugehörigen PartnerÜbungen. Wegen der großen Partnervielfalt konnte man hier besonders viel lernen. Nach einer weiteren Runde Tegumis machten wir noch ein Gruppenfoto, verabschiedeten uns und fuhren nach Hause.

Mir hat dieses Seminar trotz Muskelkater viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt.