Seminar mit Patrick McCarthy Hanshi am 09. & 10. Juli 2016 in Straßburg

Seminar mit Patrick McCarthy Hanshi am 09. & 10. Juli 2016 in Straßburg

Samstag, früh morgens, strahlend blauer Himmel, die Sonne knallt, das Thermometer hat die 25 Grad Hürde bereits genommen und ein Wochenende mit Temperaturen jenseits der 30 Grad steht an. Doch ich packe meine Tasche nicht für einen herrlichen Tag am Badesee, sondern tausche meine Badehose gegen meinen frisch gewaschenen Karateanzug, um das Wochenende in einer muffigen Sporthalle in Straßburg zu verbringen! Wie bitte? Der hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank, mögt ihr nun denken, doch etwas ganz besonders steht an und zwar ein Seminar mit unserem Sensei Patrick McCarthy! Ja, genau dieser McCarthy, dem wir – ich nenne es einmal so – unsere Karate-Philosophie Kôryu Uchinâdi (http://www.koryu-uchinadi.de) zu verdanken haben.

Bereits im Mai war ich mit Dirk auf dem Seminar in Haßloch (www.koryukan-hassloch.de), allerdings nur am Samstag, nun sollte es das ganze Wochenende sein. Und so war die Vorfreude trotz der allgemeinen Wetterlage sehr groß und ich konnte es kaum erwarten, bis uns, also Sabrina und meine Wenigkeit, Steve nach Straßburg chauffiert hat.

Das Thema des Seminars lautet “Kata Anwendungen zur Selbstverteidigung”, wie auch schon in Haßloch. Somit wusste ich zumindest für den ersten Tag, was mich erwartet und konnte mein Wissen etwas auffrischen.

Nach ein paar lockeren Laufrunden beginnen wir mit den Aufwärmübungen, größtenteils ähnlich, wie wir sie auch bei uns im Training machen, …nach hinten rollen, Kopf nicht auf den Boden, Beine gen Himmel und dann einhaken, links, rechts im Wechsel und so weiter. Die erste Übung kenne ich dann prompt auch schon vom Seminar in Haßloch, was mir einen kleinen Wissensvorsprung verschafft. Und so kann ich meinem französischen Schwarzgurt-Trainingspartner dann sogar den Drill erklären und meine Gürtelfarbe spiegelt nicht ganz mein Wissen wider. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die meisten bei diesem Seminar zwar einen schwarzen Gürtel trugen, jedoch nicht im KU, sondern in anderen Stilen. Einen Ausschnitt dieser ersten Partnerübung könnt ihr euch hier ansehen: https://youtu.be/8l7xMaC-zUE

Und so verging der erste Tag, Sensei McCarthy erklärt alle Übungen ausführlich und erläutert immer wieder, in welcher Verbindung die Übungen bzw. die Griffe zu den traditionellen Kata-Bewegungen stehen. Nebenbei erzählt er nette Anekdoten oder gibt Einblicke in die Geschichte von Karate. Hier betont er stets, dass Karate “Selbstverteidigung” ist und es dabei nicht auf Stile ankommt. In einer realen “Ernstsituation” wird die Frage nach deinem Karate-Stil wohl das Letzte sein, wonach sich dein Gegenüber erkundigt.

Am zweiten Tag starten wir nach dem Aufwärmen mit Heishu waza, was wir natürlich schon oft im Training gemacht haben. Hier hatte ich die Möglichkeit meine Technik zu verbessern und nebenbei war es mehr als interessant, die Technik einmal von Patrick McCarthy persönlich erklärt zu bekommen. Und ich kann euch versichern, Sabrina und Steve machen das mehr als sehr gut! :-)

Nachmittags ging es dann in den Bodenkampf – zum Bodenkampf sagt der Sensei: Vermeide den Bodenkampf so gut es geht, es ist nie eine angenehme Position, aber du musst ihn hervorragend beherrschen! Sensei McCarthy führte zahlreiche Hebel- und Würgetechniken am Boden vor. Wie immer sah es recht einfach aus, aber als Steve und ich dann im Selbstversuch waren, mussten wir feststellen, dass es oftmals doch nicht so einfach ist. Und es kommt auf den Zentimeter an: Steve versuchte mein Bein zu hebeln, doch selbst unter größerem Krafteinsatz konnte mir Steve nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken. Sensei McCarthy hat das sofort erkannt, Steves Bein 2cm nach unten geschoben und Steve musste anschließend keine Kraft aufwenden und die ganze Halle wusste, dass der Hebel richtig sitzt (siehe Bild). Wie sagt der Sensei es so schön: Position ist alles :-)

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Die KU-Germany Fraktion in Straßburg mit Sensei McCarthy

Am Ende des Seminars lag die Außentemperatur immernoch um die 30 Grad – wir durften nun erst mal auf die Autobahn – dennoch hat sich jede Minute gelohnt und ich kann euch nur sagen: Sollte sich euch einmal eine Gelegenheit bieten, an einem Seminar mit McCarthy Hanshi teilzunehmen, dann packt sie beim Schopfe!

Seminar mit McCarthy sensei in Dresden am 13./14. Juni 2015

Seminare mit Patrick McCarthy sensei sind immer ein Erlebnis. Das liegt einerseits an der internationalen Atmosphäre, die viele Karateka aus der ganzen Welt anzieht, aber vor allem auch an McCarthy sensei persönlich, der durch seine Art und sein Wesen immer wieder einen bleibenden Eindruck hinterlässt. So auch am zweiten Juni-Wochenende, an dem sowohl die Aragaki Unsu, als auch diverse Nyumon-Formen und die Shuji no Kon (Bo-Kata) unterrichtet und geübt wurden. Während das Seminar am Samstag für alle Kampfkunstinteressierten geöffnet war, standen am Sonntag nur KU-Leute in der Halle. Letzteres bedeutet in erster Linie Basics, Basics und Basics. Das ganze kombiniert mit Wiederholungen, Wiederholungen und… ähm… achja! Wiederholungen!

Vielen Dank an Hendrik Felber und die Furyuka, die das Seminar ausgerichtet und somit die Grundlage dafür geschaffen haben, dass wir an diesem Wochenende alle zusammengekommen sind. Danke auch an alle anderen Teilnehmer und Mitorganisagtoren sowie diejenigen, die unterrichtet oder assistiert und somit ihr Wissen weitergegeben haben. Allem voran natürlich Patrick McCarthy.

Seminar mit Patrick McCarthy Hanshi am 30.5.2015 in Haßloch

Seminar mit Patrick McCarthy Hanshi am 30.5.2015 in Haßloch

6:00 Uhr am Samstagmorgen – da muss normalerweise schon was Besonderes anstehen, um mich aus den Federn zu locken. Heute ist es irgendwie anders als sonst: Ich bin schon vor dem Weckerklingeln wach und packe meinen Rucksack. Geschlafen habe ich wenig, weil ich schon in der Nacht aufgeregt war, neben meinem Bett das „Bubishi“ in der Übersetzung von Patrick McCarthy – DEM Patrick McCarthy, dem wir das Koryu Uchinadi verdanken – und ich bin total gespannt, was mich auf meinem ersten Karate-Seminar erwartet, denn Bubishi ist auch der Titel der Ausschreibung:

„Bubishi – ehrwürdiges Wissen für moderne Selbstverteidigung“

Das Bubishi wird auch die Bibel des Karate genannt. Es ist ein altes Buch bzw. eine Sammlung von Abbildungen mit Verteidigungstechniken, die vor langer Zeit gezeichnet wurden und lange Zeit nur von Meister zu Schüler weitergegeben wurden. Außerdem enthält es z. B. Kapitel über Heilmittel und Vitalpunkte des menschlichen Körpers.

Um 7:00 hole ich Sabrina und Steve ab und wir fahren in die Pfalz. Die Autobahnen sind schön frei, so dass wir schon über eine Stunde vor Seminarbeginn an der Halle sind und ausreichend Zeit bleibt, um was zu frühstücken. Bald begrüßen Sabrina und Steve die ersten anderen KU’ler – ich werde vorgestellt und habe das Gefühl, das ist so eine Art Familie. Heute sind aber auch Übende anderer Karatestile da: Shotokan, Goju-Ryu,… Aber alles wird egal, wenn Sensei McCarthy die Halle betritt. Alle mustern ihn – er hat sich äußerlich verändert ;-) – und er macht eine sehr ausführliche Runde. Wirklich jeder wird persönlich begrüßt, manche geherzt, andere – wie ich – nach dem Namen gefragt. Für mich ein besonderes Erlebnis, denn vor einem Träger des 9. Dan stand ich noch nie, zumindest nicht wissentlich, und unwissentlich ja wahrscheinlich auch nicht.

Um 10:00 geht es los. Alle stellen sich zur Begrüßung auf. Ich sehe, dass hier viele Schwarzgurte sind, aber auch einige „Bunte“. Die große Zahl der Weißgurte erklärt sich so, dass KU’ler mit Kyu-Graden – also noch ohne Schwarz – zu stilübergreifenden Seminaren immer mit weißem Gürtel gehen. O.k., dann sieht man mir wenigstens nicht sofort an, dass ich ein unbeschriebenes Blatt bin. Nach kurzem Warm-Up erklärt Sensei, was er mit uns vorhat: Wir werden verschiedene Abwehrtechniken einüben, die dann morgen zu einer längeren Form zusammengefasst werden. Schade, dass wir am Sonntag nicht dabei sein werden, aber wir sind trotzdem gespannt. Dann wird die erste Abfolge von Techniken vorgemacht.

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Einige Minuten später: Steve packt mich von hinten am Kragen. Ich schlage zu seinen „Cojones“, drehe mich und tauche unter seinen Armen durch. Ich drücke seine Arme nach unten weg und steche mit der Hand zu seinem Hals, fahre rechts vorbei und fasse seinen Kragen. Links nehme ich seinen Ellenbogen und drehe … in meinem Kopf dreht sich auch alles, weil ich mir die Abläufe einmal als Uke (Verteidiger) und einmal als Tori (Angreifer) merken muss. Zum Glück werden die Techniken mehrmals gezeigt, und Patrick McCarthy und auch der Haßlocher Bernd Otterstätter gehen herum und helfen – vielen Dank dafür.

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Einige Runden mit weiteren Befreiungsaktionen später – im Stehen mit abschließendem Fegen, im Liegen mit einer Beinklammer u. a. – gehen wir erstmal in die Mittagspause.
Nach dem Essen lasse ich mich von Angela zu etwas Randori am Boden überreden. Eieiei, auch da kann man was lernen: Kraft ist nicht alles! Anbei: schöne Grüße und danke nochmal!

Als Warm-Up nach der Mittagspause werden wir in zwei Gruppen eingeteilt: Die KU-Fremden und die Neuen lernen Kaishu-Waza: Diese Form soll uns laut Sensei daran gewöhnen, feste getroffen zu werden. Super, so unverhofft kommt man auf einem Seminar noch zu einer kompletten Form, die man vorher gar nicht konnte. Die anderen, die das bereits draufhaben, gehen in dieser Stunde noch verschiedene andere Nyumon-Formen durch.
Dann geht es noch einmal mit diversen Techniken weiter, wir hebeln Arme und hängen im Schwitzkasten, immer wieder unterbrochen durch Hinweise und Erklärungen. Unter anderem erklärt Sensei McCarthy, dass das Bubishi die Quelle aller Karatestile war. Schon die legendären Begründer der großen Karatestile haben dieselben Verteidigungsprinzipien gelernt wie wir heute, und daraus die verschiedenen Stile entwickelt. Auch wenn die Kata sich im Detail unterscheiden, so sind sie doch ähnlich. Zum Thema Selbstverteidigung erklärt Sensei, dass gewaltsame Konflikte niemals wie in einem Bruce-Lee-Film ablaufen, wo man immer brav stehen bleibt und sich abwechselnd eine reinhaut oder –tritt. Im wahren Leben gehen solche Konfrontationen immer in den Clinch über, und je mehr „Werkzeuge“ man in der Kiste hat, umso größer ist die Chance, dass man am Ende nicht am Boden liegen bleibt. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch über seinen Stil hinaus über den Tellerrand zu blicken und nach brauchbaren Werkzeugen Ausschau zu halten. Ein Mittel, um die Werkzeuge auch „griffbereit“ zu haben, sie also intuitiv abrufen zu können, sind die Tegumi, die wir im KU ständig üben. Man kann im Ernstfall nicht erst über eine Technik nachdenken, dann ist es zu spät. Wenn unser Körper sofort reagiert, ohne dass wir nachdenken müssen, dann haben wir gute Karten. Deswegen freue ich mich auch schon auf nächsten Freitag, denn dann ist wieder Training in Gärtringen!

Am Ende des Seminars am Sonntag wurde noch das nachfolgende Video aufgenommen. Viel Freude beim Ansehen!

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Seminar mit Sensei Patrick McCarthy in Dresden vom 21.- 22. Juni 2014

Wenn man an einen Karate-Meister denkt, stellt man sich einen disziplinierten, älteren, strengen Mann vor, der vielleicht laute, klare Anweisungen gibt und an seiner Karaterichtung und seinen Lösungen festhält. Auch mein Bild sah ungefähr so aus. Sensei McCarthy jedoch zerstörte dieses Bild in allen Punkten, außer dem Alter.

An dem Wochenende vom 21-22.06.2014 besuchten wir Sensei Patrick McCarthys zweites Seminar in diesem Jahr in Deutschland. Zu Beginn erzählte er allen Teilnehmern von seinen Ansichten über die Kampfkunst und brachte uns die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kampfkünste näher: das Ziel, einen Gegner zu überwältigen und die Situation schnell zu lösen. Des weiteren betonte er immer wieder, dass es dabei kein richtig oder falsch gebe.

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Zwischen den Erzählungen übten wir die 12 Motobu Kumite Drills, welche auf der Kata Naihanchi aufbauen. Sensei McCarthy hat die Überlieferungen Motobus studiert und daraus eine konsequent selbstverteidigungsorientierte Kata-Praxis inklusive der zugehörigen 2-Personenübungen rekonstruiert. Partnerwechsel baten die Möglichkeit, Übungspartner aus anderen Kampfkunststilen zu wählen. Auch die Größe, Gewicht und Schnelligkeit variierten dadurch sehr stark. Manchmal musste schnell zu anderen Techniken und Tricks gegriffen werden, um seinen Partner zu bezwingen.
Mit einem gemeinsamen Abendessen und dem Deutschlandspiel ließen wir den ersten Tag gemütlich ausklingen, bevor sich am Sonntagmorgen alle Übenden des Koryu Uchinadi zu einem nicht-öffentlichen Tagesseminar zusammenfanden. Auf dem Programm der ersten Tageshälfte standen die Solo-Formen des Koryu Uchinadi Curriculum, sowie klassische Kata wie Aragaki Seisan, Aragaki Sochin oder Aragaki Niseishi. Indem wir meistens in zwei Gruppen eingeteilt wurden, war der Inhalt dem Wissensstand aller Teilnehmer angepasst. Somit hatte niemand Schwierigkeiten mitzuhalten.

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Zwischen den Übungen, die diesmal mehr Zeit in Anspruch nahmen, erzählte Sensei McCarthy weitere Anekdoten aus seinem Leben. Besonders viel Wert legte er auf  die Geschichte des Kaizen. Kaizen ist japanisch und bedeutet „Veränderung zum Besseren“. Von heute auf morgen wird kein Meister geboren. Schrittweise erfolgende Übungen und daraus entstehende Erfolge sollten unseren Weg prägen. Nicht jeder ist perfekt in allem, aber durch tägliches Training und Ehrgeiz kann man viel erreichen.

Nach der langen Mittagspause widmeten wir uns schließlich dem Yamane-Ryu Kobudo und hier insbesondere Übungen mit dem Bo. Wieder aufgeteilt in zwei Leistungsgruppen erhielten die Anfänger eine intensive Einführung ins Yamane-Ryu Bo-Jutsu durch McCarthy Sensei persönlich, während sich die Fortgeschrittenen unter der Leitung von Olaf Krey intensiv mit den Feinheiten des Peichin Kumibo auseinandersetzten.

Abschließend legten unsere Dojoleiter Steve und Sabrina ihre Prüfung zum Schwarzgurt vor Sensei McCarthy ab. Trotz diversen Verletzungen bestanden beide erfolgreich. An dieser Stelle unsere herzlichsten Glückwünsche.

Mit Entspannungs- und Lockerungsübungen sowie einer Fragerunde beendeten wir das Training gegen 17:30 Uhr und traten die gemeinsame Heimreise nach Gärtringen an.

Zum Schluss möchte ich noch ein großes Danke an Hendrik Felber und sein Team für die Organisation dieses großartigen und lehrreichen Wochenendes und natürlich auch an Sensei McCarthy für sein Engagement und seine offene und witzige Art des Lehrens aussprechen.